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Urteil gegen Tiroler Freizeitpark-Hersteller: Funtime weist Verantwortung zurück

Nach dem tragischen Tod eines 14-jährigen Jugendlichen im Jahr 2022 in einem Freizeitpark in Orlando, Florida, hat ein Gericht in den USA dem österreichischen Hersteller der Attraktion, der Funtime GmbH aus Dölsach, eine Schadenersatzzahlung von 310 Millionen Dollar auferlegt (FreizeitparkNEWS berichtete). Das Unternehmen weist jedoch jegliche Verantwortung zurück und erklärte, dass das Urteil nach österreichischem Recht nicht gerechtfertigt sei. Die Funtime GmbH kündigte an, der Forderung nicht nachzukommen. Dies berichtete DerStandard.at.

Foto: Icon Park

Manipulation durch Betreiber festgestellt

Der Vorfall ereignete sich an einem “Free Fall Ride”, einem 131 Meter hohen Turm, bei dem die Sitze in die Tiefe stürzen. Nach Angaben der Funtime GmbH wurde der Sicherheitsmechanismus der Sitze durch den Betreiber manipuliert, sodass auch Personen mit höheren Körpermaßen mitfahren konnten. Der verunglückte Jugendliche überschritt die zulässige Größe und das Maximalgewicht von 130 Kilogramm, wie es in den freigegebenen Spezifikationen vorgesehen war.

Das Unternehmen erklärte gegenüber der APA: „Ohne unser Wissen oder unsere Zustimmung hat der Betreiber nachweislich an zwei Sitzen die Sicherheitssensoren und Bügelüberwachung so manipuliert.“ Diese Manipulation sei durch mehrere unabhängige Gutachten bestätigt worden. Die lokale Prüfbehörde hatte die Anlage ursprünglich als sicher eingestuft.

Zivilrechtliches Urteil in den USA

Die Familie des Jugendlichen hatte nach dem Unfall eine zivilrechtliche Klage eingereicht. Das Urteil eines US-Gerichts aus der vergangenen Woche sei jedoch in Österreich nicht durchsetzbar, argumentierte die Funtime GmbH. Eine Vollstreckung der Schadenersatzforderung erfordere eine Verurteilung nach österreichischem Recht. Das Unternehmen betonte, dass es keine strafrechtliche Verfolgung in den USA gegeben habe und es keine Verantwortung für den Unfall trage.

Unfall führte zu strengeren Vorschriften

Der tragische Vorfall, bei dem der Jugendliche aus dem Sitz geschleudert wurde, führte in Florida zu einer Überarbeitung der Sicherheitsvorschriften für Freizeitpark-Attraktionen. Der Betreiber der Anlage hat den Turm nach dem Unfall geschlossen, und der Vergnügungspark einigte sich außergerichtlich mit der Familie des Opfers auf eine Entschädigungszahlung.

Die Funtime GmbH erklärte, dass sie weiterhin den Vorfall bedauere, jedoch keine Verantwortung für die durch den Betreiber vorgenommenen Änderungen an der Sicherheitsmechanik sehe.

Stefan ist seit kleinauf achterbahnverrückt und Jahreskartenfan. Heimatpark: Phantasialand

Stefan

Stefan ist seit kleinauf achterbahnverrückt und Jahreskartenfan. Heimatpark: Phantasialand

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