Der ambitionierte Indoor-Themenpark Immersive Fort Tokyo im Tokyoter Stadtteil Odaiba stellt Ende Februar 2026 seinen Betrieb ein, wie das Magazin Sumikai berichtet. Nur zwei Jahre nach der Eröffnung zieht Betreiber Katana die Reißleine – als Grund werden deutliche Abweichungen vom Geschäftsmodell genannt.

Immersive Fort Tokyo galt zur Eröffnung im März 2024 als weltweit erster vollständig immersiver Freizeitpark. Die Besucher konnten in aufwendig inszenierte Welten eintauchen, inspiriert von Romanen, Anime-Formaten und fiktiven Szenarien. Das Erlebnis basierte auf interaktiven Live-Shows, Kulissen und audiovisueller Technik – klassische Fahrgeschäfte waren nicht Teil des Angebots.
Für den letzten Betriebstag am 28. Februar 2026 kündigte das Unternehmen ein besonderes Abschiedsevent an. Details zur wirtschaftlichen Entwicklung nannte Katana nicht. CEO Tsuyoshi Morioka erklärte, die Umsetzung habe sich deutlich von der ursprünglichen Planung entfernt – auch finanziell.
Kritik bereits kurz nach Eröffnung
Branchenkenner zeigten sich früh skeptisch. Zwar wurde das immersive Konzept als innovativ wahrgenommen, doch die hohen Eintrittspreise von rund 6.800 Yen (etwa 39 Euro) pro Person wurden vielfach als nicht angemessen empfunden. Gleichzeitig erforderten die aufwendigen Shows und interaktiven Erlebnisse einen hohen Personal- und Technikaufwand, was die laufenden Kosten überdurchschnittlich ansteigen ließ.
Die Lage im Einkaufszentrum VenusFort im Bezirk Odaiba erwies sich ebenfalls als herausfordernd. Bereits zuvor hatten dort mehrere Freizeit- und Kunsteinrichtungen ihren Betrieb eingestellt oder wurden verlagert – darunter das TeamLab Borderless Museum.
Katana setzt auf Naturerlebnis in Okinawa
Parallel zur Schließung in Tokyo bleibt der im Jahr 2025 eröffnete Themenpark Junglia Okinawa in Betrieb. Dieser setzt auf naturnahe Erlebnisse kombiniert mit thematischer Gestaltung und richtet sich gezielt auch an internationale Gäste. Nach Unternehmensangaben entwickelt sich das Projekt positiv.
Katana wurde 2017 von Tsuyoshi Morioka gegründet und war in der Vergangenheit an der Neugestaltung anderer Parks in Japan beteiligt, darunter Huis Ten Bosch und Seibuen Amusement Park.
Eintrittspreise und weitere Informationen
Die Eintrittspreise lagen bei rund 6.800 Yen (ca. 41 €) für Erwachsene und Jugendlichen ab 12 Jahren. Kinder von 4 bis 11 Jahren zahlten etwa 3.000 Yen (ca. 18 €), Kinder unter 3 Jahren hatten freien Eintritt. Einige Erlebnisse waren altersbeschränkt. Weitere Informationen bietet die offizielle Webseite des Parks.
Geografische Lage
Der Park befand sich im Einkaufs- und Freizeitkomplex VenusFort im Stadtteil Odaiba – einem künstlich angelegten Inselgebiet in der Bucht von Tokyo. Die Region war in den vergangenen Jahren Schauplatz mehrerer Freizeitprojekte, die jedoch häufig nicht langfristig Bestand hatten.

