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Bayard übernimmt Freizeitpark Kingoland in der Bretagne

Der französische Presse- und Verlagskonzern Bayard übernimmt den bretonischen Freizeitpark Kingoland in Plumelin im Département Morbihan. Wie das Le Journal des Entreprises berichtet, ist der Schritt Teil einer größeren strategischen Neuausrichtung des traditionsreichen Medienhauses, das sich damit stärker in Richtung Freizeit- und Erlebniswirtschaft entwickelt.

Foto: Kingoland

Ungewöhnlicher Schritt für einen Verlag

Die Übernahme ist bemerkenswert, weil Bayard historisch fest in der Presse- und Verlagswelt verankert ist. Zum Konzern gehören unter anderem bekannte Medienmarken und Magazine für Kinder und Familien. Laut Le Journal des Entreprises versteht Bayard den Kauf von Kingoland jedoch nicht als kurzfristige Diversifikation, sondern als gezielten Wachstumshebel mit struktureller Bedeutung für die kommenden Jahre.

Eigentümer des Parks wird dem Bericht zufolge die Kongregation der Augustiner der Assumption, die zugleich Hauptaktionärin von Bayard ist.

Bayard setzt auf die Erlebnisökonomie

Mit dem Kauf von Kingoland setzt Bayard auf die sogenannte Erlebnisökonomie. Statt sich ausschließlich auf das klassische Geschäft mit Presse und Verlagsprodukten zu konzentrieren, will der Konzern stärker in Bereiche investieren, in denen Familien Unterhaltung, Freizeit und gemeinsame Erlebnisse suchen.

Gerade für Bayard ist dieser Schritt naheliegend: Das Unternehmen gilt als einer der wichtigsten französischen Anbieter für Inhalte rund um Kinder, Jugendliche und Familien. Ein Freizeitpark wie Kingoland passt damit gut zur Zielgruppe, die Bayard seit Jahrzehnten mit seinen Medien anspricht.

Kingoland hat sich in wenigen Jahren stark entwickelt

Kingoland wurde 2014 gegründet und hat sich seitdem zu einem erfolgreichen Familienfreizeitpark entwickelt. Nach Angaben von Le Journal des Entreprises bietet der Park heute rund 40 Attraktionen, Shows und immersive Erlebnisse.

Besonders auffällig ist die Entwicklung der Besucherzahlen: Während Kingoland in den Anfangsjahren noch rund 45.000 Gäste zählte, lag die Besucherzahl 2025 bereits bei 215.000. Diese Dynamik dürfte ein wesentlicher Grund dafür sein, warum Bayard in dem Park Potenzial für die Zukunft sieht.

Wirtschaftliche Kennzahlen des Parks und des Konzerns

Der Bayard-Konzern kommt laut den im Bericht genannten Zahlen auf einen Jahresumsatz von 314,9 Mio.€ und beschäftigt weltweit rund 1.300 Mitarbeitende. Kingoland selbst beschäftigte 2020 demnach mehr als 70 Saisonkräfte und erzielte einen Umsatz von rund 2 Mio.€.

Auch wenn die im Text genannten Parkzahlen nicht den aktuellen Höchststand widerspiegeln, zeigt der starke Besucherzuwachs der vergangenen Jahre, dass Kingoland für Bayard mehr ist als nur ein symbolischer Zukauf.

Übernahme fällt in Phase der Konzern-Transformation

Die Übernahme kommt in einer Zeit, in der Bayard sein Geschäftsmodell weiterentwickelt. Laut Le Journal des Entreprises wird die strategische Öffnung in Richtung Freizeit und Erlebnis von einem internen Restrukturierungsplan begleitet, mit dem die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Konzerns verbessert werden soll.

Der Kauf von Kingoland steht damit sinnbildlich für einen Wandel: Weg vom rein klassischen Presse- und Verlagsmodell, hin zu neuen Erlösquellen und direkteren Erlebnissen für die eigene Zielgruppe.

Signalwirkung für die Freizeit- und Medienbranche

Mit der Übernahme von Kingoland betritt Bayard Neuland. Für die Freizeitbranche ist der Einstieg eines großen Medien- und Verlagshauses in den operativen Parkbetrieb ein ungewöhnliches Signal. Für Bayard wiederum könnte der Schritt zeigen, wie stark klassische Medienunternehmen inzwischen nach neuen Wachstumsfeldern suchen, die näher an Freizeit, Familie und direkter Erlebniswelt liegen.

Stefan ist seit kleinauf achterbahnverrückt und Jahreskartenfan. Heimatpark: Phantasialand

Stefan

Stefan ist seit kleinauf achterbahnverrückt und Jahreskartenfan. Heimatpark: Phantasialand

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