Ein nahezu fertig gebauter Freizeitpark im niederländischen Rotterdam sorgte zuletzt für Schlagzeilen: Das Projekt „Rivoli“, in das laut Berichten rund 50 Millionen Euro investiert wurden, wurde zwangsversteigert. Nun gibt es überraschend neue Hoffnung auf eine spätere Eröffnung.

Freizeitpark seit Jahren fertig – aber nie eröffnet
Bereits seit 2014 entsteht im Rotterdamer Hafen auf rund 25.000 Quadratmetern der Freizeitpark „Rivoli“. Geplant waren unter anderem ein Riesenrad, eine Achterbahn, ein Spukhaus, Gastronomieangebote, eine Kletterhalle sowie weitere Familienattraktionen.
Obwohl große Teile des Parks bereits fertiggestellt wurden, konnte die Anlage bis heute keinen regulären Betrieb aufnehmen. Darüber berichteten unter anderem 010web.nl, PropertyNL sowie BILD.
Projekt von bekanntem Unternehmer
Hinter dem Vorhaben steht der niederländische Unternehmer Hennie van der Most, der in Deutschland vor allem durch das Wunderland Kalkar bekannt wurde. Dort entwickelte er in den 1990er Jahren das Gelände des stillgelegten Schnellen Brüters zu einem erfolgreichen Freizeitstandort.
Rotterdam sollte offenbar sein nächstes Großprojekt werden – entwickelte sich jedoch zu einem langjährigen Problemfall.

Warum das Projekt scheiterte
Als Ursachen werden mehrere Faktoren genannt: Aufwendige Bodensanierungen auf dem ehemaligen Industriegelände, verzögerte Genehmigungen, fehlende Freigaben für einzelne Attraktionen, ein Brand auf dem Gelände sowie wirtschaftliche Auswirkungen der Corona-Pandemie.
Laut Medienberichten fehlten zuletzt rund sieben Millionen Euro, um bestehende Verpflichtungen zu bedienen.
Zwangsversteigerung für 6,5 Millionen Euro
Nach Angaben der BILD wurde das Areal inzwischen zwangsversteigert. Neuer Eigentümer soll der niederländische Unternehmer Wim Beelen sein. Der Kaufpreis habe demnach bei rund 6,5 Millionen Euro gelegen – deutlich weniger als die zuvor investierten Summen.
Besonders spannend: Laut Bericht soll der neue Besitzer prüfen, den nahezu fertigen Freizeitpark womöglich noch Ende des Jahres zu eröffnen.
Ein Problem bleibt bestehen
Allerdings bestehen weiterhin Unsicherheiten rund um die langfristige Zukunft des Standorts. Medienberichten zufolge läuft die aktuelle Genehmigung nur noch wenige Jahre, während in Rotterdam auch Wohnungsbaupläne diskutiert werden.
Ob „Rivoli“ tatsächlich noch Gäste empfangen wird oder das Projekt endgültig endet, bleibt daher offen.
Einordnung
Der Fall zeigt eindrucksvoll, wie komplex Freizeitparkprojekte auf ehemaligen Industrieflächen sein können. Selbst weit fortgeschrittene Anlagen sind ohne Finanzierungssicherheit, langfristige Flächenperspektive und belastbare Genehmigungen erheblichen Risiken ausgesetzt.
Auch in Europa gab es zuletzt weitere Beispiele für schwierige Parkstarts – etwa beim polnischen Hossoland, das nach dem Start vorübergehend schließen musste (FreizeitparkNEWS berichtete).

