Der Zoologisch-Botanische Garten Wilhelma in Stuttgart hat für 13 tropische Fische ein neues Zuhause gefunden: Aufgrund umfassender Renovierungsarbeiten am öffentlichen Aquarium wurden die Tiere in den niederländischen Tierpark Burgers’ Zoo nach Arnheim umgesiedelt. Tierpfleger aus Arnheim reisten eigens nach Stuttgart, um den Transport zu betreuen und die Fische sicher in das große Meeresaquarium Burgers’ Ocean zu bringen.

Langjährige Zusammenarbeit zwischen Wilhelma und Burgers’ Zoo
Die Wahl fiel nicht zufällig auf Burgers’ Zoo. Beide Einrichtungen arbeiten seit vielen Jahren eng und vertrauensvoll zusammen. Max Janse, Meeresbiologe und Kurator von Burgers’ Ocean, betont die gute Kooperation mit der Stuttgarter Wilhelma: „Meine Kollegin Isabel Koch kenne ich seit Jahren sehr gut – nicht zuletzt durch ihre Arbeit als Generalsekretärin der EUAC (European Union of Aquarium Curators), deren Präsident ich derzeit bin. Als wegen des Umbaus im Stuttgarter Aquarium ein geeigneter Ort für die Fische benötigt wurde, war der Burgers’ Zoo eine naheliegende Option.“
Wissensaustausch als Basis der internationalen Zusammenarbeit
Die Umsiedlung der Fische ist ein Beispiel dafür, wie wichtig internationale Partnerschaften zwischen zoologischen Einrichtungen sind. Max Janse hebt hervor, dass der Wissensaustausch ein zentraler Bestandteil dieser Zusammenarbeit ist: „Isabel Koch verfügt über umfangreiche Erfahrungen mit verschiedenen Tierarten und gibt ihre Kenntnisse gerne weiter. Offenheit beim Austausch von Erfahrungen ist sehr wichtig, um gemeinsam kontinuierlich dazuzulernen.“
Beide Zoos teilen das Gefühl der Verantwortung für jedes einzelne Tier und unterstützen sich bei Haltung, Zucht und langfristiger Planung. Immer wieder fließen wertvolle Informationen aus Stuttgart nach Arnheim und umgekehrt.
Behutsame Eingewöhnung der Fische in Arnheim
Nach ihrer Ankunft werden die 13 Neuzugänge im Burgers’ Ocean Schritt für Schritt an ihre neue Umgebung gewöhnt. Besonders herausfordernd sind dabei einige ältere, stark territoriale Arten wie Kaiserfische und Drückerfische.
Im Ökosystem des tropischen Korallenriffaquariums hat sich über die Jahre ein sensibles Gleichgewicht zwischen den verschiedenen Arten entwickelt. Werden neue Tiere – insbesondere dominante und bereits ältere Exemplare – in diese Lebensgemeinschaft integriert, ist ein behutsames Vorgehen entscheidend. Ziel ist es, Spannungen zu minimieren und das bestehende Gleichgewicht im Becken zu erhalten.
Burgers’ Ocean: Heimat des größten lebenden Korallenriffs Europas
Burgers’ Ocean ist das tropische Korallenriffaquarium von Burgers’ Zoo und fasst insgesamt rund acht Millionen Liter Wasser. Das lebende Korallenriff im Inneren umfasst dabei allein 750.000 Liter und gilt als größtes lebendes Korallenriff Europas.
In diesem Aquarium hat sich eine intakte Lebensgemeinschaft aus zahlreichen Meerestierarten entwickelt. Dank der stabilen Bedingungen und der Expertise der Pfleger kann Burgers’ Zoo jedes Jahr Dutzende selbst gezüchtete Korallenkolonien an andere öffentliche Aquarien abgeben. Darüber hinaus ist der Zoo international bekannt als größter Züchter des Gefleckten Adlerrochens.
Mit der Aufnahme der Fische aus Stuttgart zeigt Burgers’ Zoo einmal mehr, wie wichtiger Artenschutz, internationaler Austausch und praktische Tierhaltung Hand in Hand gehen können.

