Die spektakuläre, aber nur kurzzeitig betriebene Achterbahn „ring°racer“ am Nürburgring wird teilweise zurückgebaut. Der Abschnitt entlang des Ringwerks muss weichen – für ein neues Zentrum der Automobilindustrie. Die Nutzung als Fahrgeschäft ist endgültig ausgeschlossen.

Rückbau für neue Nutzung des Ringwerks
Am Nürburgring wird eine der kuriosesten Freizeitpark-Investitionen Deutschlands weiter Geschichte: Teile der einst als „schnellste Achterbahn der Welt“ beworbenen Anlage ring°racer werden derzeit zurückgebaut. Wie der General-Anzeiger unter Berufung auf Nürburgring-Sprecher Alexander Gerhard berichtet, betrifft der Rückbau den Abschnitt zwischen dem Gebäude Ringwerk und dem Beginn einer der Haupttribünen. Der restliche Verlauf der Strecke soll vorerst erhalten bleiben.
Achterbahn blockierte Umbaupläne
Grund für den Abriss ist die geplante Neugestaltung des Gebäudes Ringwerk. Dieses soll künftig als Zentrum für Unternehmen der Automobilbranche dienen. Genutzt werden soll es für Marketingzwecke und Entwicklung – damit entfällt die bisherige Nutzung als Motorsport-Erlebnismuseum. Die Achterbahn, die teilweise entlang des Gebäudes verlief, würde den Umbau behindern. Der Rückbau soll laut Nürburgring 1927 GmbH & Co. KG bis Ende August abgeschlossen sein.
Nur vier Tage Betrieb
Die Geschichte des ring°racer ist eng mit dem gescheiterten Großprojekt Nürburgring 2009 verknüpft. Ursprünglich sollte die von S&S Power gebaute Anlage am 15. August 2009 eröffnen – mit einer Beschleunigung auf 217 km/h in unter drei Sekunden galt sie als „schnellste Achterbahn der Welt“. Doch technische Defekte, Genehmigungsprobleme und Unfälle bei Testläufen verzögerten die Eröffnung über Jahre hinweg. Erst im Oktober 2013 konnte die Bahn kurzzeitig in Betrieb gehen – nach nur vier Tagen war wieder Schluss.
Nutzung als Fahrgeschäft ausgeschlossen
Eine Wiederaufnahme des Betriebs ist nicht geplant. Laut Nürburgring-Sprecher Gerhard werde der restliche Teil der Strecke zwar vorerst erhalten, diene aber nur noch als kulissenhafte Einbindung auf dem Gelände. An einigen Stellen seien noch erklärende Schilder montiert. Eine Nutzung als echte Achterbahn wird es definitiv nicht mehr geben.
Mehr zur Geschichte
FreizeitparkNEWS berichtete bereits in der Vergangenheit über die Hintergründe des gescheiterten Projekts rund um den ring°racer. Eine sehenswerte Fotostrecke zum Desaster Nürburgring 2009 hat Motorsport-Total.com zusammengestellt:
→ Zur Fotostrecke auf Motorsport-Total.com
Über den Nürburgring
Der Nürburgring in der Eifel ist vor allem als traditionsreiche Rennstrecke bekannt. Neben Motorsportevents wurde mit dem Projekt Nürburgring 2009 versucht, ein Freizeit- und Veranstaltungszentrum zu etablieren. Die Achterbahn ring°racer war das prominenteste Symbol dieser gescheiterten Pläne.

