Nach Jahren des Stillstands steht das Riesenrad im Berliner Spreepark wieder an seinem Platz. Die aufwendige Sanierung der historischen Konstruktion markiert einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur geplanten Wiedereröffnung des Parks im Frühjahr 2027. Die erste öffentliche Fahrt mit dem neuen Riesenrad ist ebenfalls für das Eröffnungsjahr geplant.

Das 45 Meter hohe Riesenrad gilt als Symbol des einstigen Vergnügungsparks im Plänterwald. Die Grün Berlin GmbH, seit 2017 zuständig für das Areal, ließ die Stahlkonstruktion in den vergangenen Monaten vollständig überholen und neu aufbauen. Der Einbau der Technik und die Montage der Gondeln erfolgen bis 2026. Ab der Wiedereröffnung im Frühjahr 2027 sollen Besucher das neue Fahrgeschäft nutzen können.
Sanierung mit internationaler Unterstützung
Ein Großteil der rund 300 Stahlteile wurde im Sommer 2024 nach Polen transportiert, wo sie von Spezialfirmen überarbeitet wurden. Gleichzeitig entstanden neue Komponenten wie eine moderne Antriebs- und Steuerungseinheit. Insgesamt investierte das Land Berlin rund 8,76 Millionen Euro in das Projekt. Etwa 90 Tonnen originaler Stahl wurden wiederverwendet. Neu sind neben der Technik auch die Gondeln sowie die Farbgebung des Bauwerks.
Von der DDR bis heute
Das ursprüngliche Riesenrad wurde 1989 zum 40. Jubiläum der DDR eröffnet und galt damals als das größte seiner Art in Europa. Bereits zuvor hatte es zwischen 1969 und 1989 ein kleineres Riesenrad im Park gegeben. Nach der Wende übernahm ein privater Betreiber das Gelände, scheiterte jedoch wirtschaftlich. Seit der Insolvenz im Jahr 2001 stand auch das Riesenrad still und verfiel zunehmend. Vandalismus, Korrosion und fehlende Wartung setzten der Konstruktion über Jahre zu.
Neues Nutzungskonzept für den Spreepark
Im Gegensatz zum früheren Freizeitpark entsteht auf dem Gelände ein neuer öffentlicher Kunst-, Kultur- und Naturraum. Zwar sollen Elemente des alten Parks erhalten bleiben, das Konzept sieht aber keine Rückkehr zu einem klassischen Vergnügungspark vor. Stattdessen liegt der Fokus auf Nachhaltigkeit, Umweltbildung und kultureller Zwischennutzung. Über 2.000 Ideen aus einem offenen Bürgerbeteiligungsverfahren flossen laut Grün Berlin in die Planung ein.
Kritik an der Neuausrichtung
Während viele das neue Konzept begrüßen, gibt es auch kritische Stimmen. Befürchtet wird unter anderem, dass ein auf Kunst und Bildung ausgerichteter Park weniger Besucher anziehen könnte als ein klassisches Freizeitpark-Angebot. Auch der Verzicht auf große Fahrgeschäfte und Adrenalinerlebnisse stößt bei manchen auf Unverständnis.
Frühere Berichterstattung
FreizeitparkNEWS hatte bereits am 15. Mai über den Fortschritt der Pläne zum Riesenrad berichtet. Aktuelle Fotos der Baustelle sind auf der Website von rbb24.de zu finden (aus urheberrechtlichen Gründen nicht bei uns eingebunden).
Über den Spreepark Berlin
Der Spreepark befindet sich im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick, im Plänterwald direkt an der Spree. Zwischen 1969 und 2001 wurde das Gelände als Freizeitpark betrieben. Nach der Insolvenz und langen Jahren des Verfalls übernahm 2017 die landeseigene Gesellschaft Grün Berlin das Areal mit dem Ziel, daraus einen neuartigen Kultur- und Naturpark mit touristischer Anziehungskraft zu entwickeln.

