Im Freizeitpark Parque Warner bei Madrid ist es am Samstag, dem 29. August 2026, zu einem schweren Unfall auf der Achterbahn Batman Gotham City Escape gekommen. Ein 49-jähriger Mann erlitt dabei offene und geschlossene Beinbrüche und wurde mit einem Rettungshubschrauber in das Krankenhaus 12 de Octubre transportiert. Sein Zustand wird als „potenziell schwerwiegend” eingestuft. Die Attraktion ist seitdem geschlossen, der restliche Park hat seinen Betrieb weitgehend normal fortgesetzt.

Unfall auf der Batman Gotham City Escape
Nach Angaben mehrerer Augenzeugen ereignete sich der Unfall gegen 14:30 Uhr Ortszeit. Laut einem Bericht von El País soll der Fahrgast während der Fahrt aus seinem Sitz geglitten und teilweise im Wagen eingeklemmt worden sein, bevor die Achterbahn zum Stillstand gebracht werden konnte. Er erlitt eine offene Fraktur am linken Bein sowie eine geschlossene Fraktur am rechten Bein. Ein Notfallhubschrauber landete auf dem Parkgelände und brachte den Verletzten in die Klinik.
Der Parque Warner bestätigte den Vorfall in einer offiziellen Mitteilung. Demnach sei die Achterbahn „sofort zum Stillstand gebracht” worden, sobald der Zwischenfall bemerkt wurde. Die Notfallprotokolle seien unverzüglich aktiviert worden und die betroffene Person sei „umgehend von den Notfallteams versorgt” worden. Die Attraktion bleibe geschlossen, während der Vorfall in Abstimmung mit den Behörden untersucht werde.
Augenzeugen berichten von Chaos und mangelhafter Kommunikation
Mehrere Besucher schilderten die Minuten nach dem Unfall als chaotisch. Juan José Molina, der sich zum Zeitpunkt des Geschehens im Park befand, beobachtete die Ankunft des Hubschraubers und berichtete von weinenden Menschen und Besuchern, die Beschwerdeformulare ausfüllten. Diana López, 27 Jahre alt, stand nach eigener Aussage unmittelbar vor dem Unfall in der Warteschlange der Attraktion und hätte im nächsten Durchgang mitfahren sollen. Sie beschrieb, wie der Mann im Wagen hing und sich an den Fahrzeugteilen stieß, bis die Bahn schließlich gestoppt wurde.
Juan Diego Quiñónez, 25 Jahre alt, gab an, das Geschehen ebenfalls beobachtet zu haben und sich noch immer im Schockzustand zu befinden. Er kritisierte, dass die Besucher aus dem Bereich abgeführt worden seien, ohne Informationen über das Vorgefallene zu erhalten. Laura Muñoz, die sich gemeinsam mit sechs Berufskollegen – allesamt Angehörige des Militärs – im Wartebereich befand, schilderte, dass kein erkennbares Evakuierungsprotokoll eingeleitet worden sei. Die Gruppe habe eigenständig einen Notausgang gesucht und dabei anderen Besuchern, darunter Kindern, geholfen, den Bereich zu verlassen. Muñoz bemängelte zudem, dass stark betroffene Personen keine angemessene Betreuung erhalten hätten und der zuständige Parkmitarbeiter den Wartenden lediglich einen Schnellzugang für einen späteren Besuch angeboten habe.
Behörden vor Ort, Betrieb im restlichen Park läuft weiter
Fahrzeuge der Guardia Civil und der Ortspolizei waren am Eingang des Parks stationiert. Zwei Stunden nach dem Unfall liefen die übrigen Attraktionen des Parque Warner nach Angaben von Augenzeugen weitgehend regulär. Die Batman Gotham City Escape hingegen blieb geschlossen – auch wenn sie in der Parkapp noch als geöffnet angezeigt wurde. Im Hintergrund waren Testfahrten mit leeren Zügen zu beobachten.
Achterbahn erst 2023 eröffnet
Batman Gotham City Escape wurde 2023 eröffnet und gilt als erste Multi-Launch-Achterbahn Spaniens. Die Anlage erreicht Geschwindigkeiten von mehr als 100 Kilometern pro Stunde und eine maximale Höhe von 45 Metern. Es ist nicht der erste schwere Zwischenfall im Parque Warner: Im Jahr 2005 kam ein 22-jähriger Mann bei einem Unfall auf der Attraktion El Hotel Embrujado ums Leben. Die Parkverwaltung erklärte damals, der Mann habe während eines Panikattacke seinen Sitz verlassen; seine Familie hingegen machte einen defekten Sicherheitsbügel für den Tod verantwortlich.

