Um die teils chaotischen Verkehrssituationen rund um das Phantasialand in Brühl zu entschärfen, hat die Stadt Mitte Dezember an der Anschlussstelle Brühl-Süd der A 553 eine temporäre Ampelanlage eingerichtet. Die Signalanlagen steuern seitdem den Verkehr auf den Zufahrtsrampen zur Phantasialandstraße. Während die Stadtverwaltung von ersten positiven Effekten spricht, sehen viele Anwohnende laut einem Bericht des Kölner Stadt-Anzeiger kaum Verbesserungen.

„Verkehrschaos ist geblieben“ – Kritik aus der Nachbarschaft
Besonders kritisch äußert sich Dr. Michael Müller, Vorsitzender des Umwelt- und Bürgervereins Bovivo. Gegenüber dem Kölner Stadt-Anzeiger schildert er, dass sich die Lage für die Menschen vor Ort praktisch nicht verändert habe. Zu Beginn und zum Ende des Wintertraum-Programms staue es sich demnach weiterhin regelmäßig auf den Straßen rund um den Freizeitpark.
Wer in der Nachbarschaft wohnt und zu typischen Stoßzeiten unterwegs sei – ob zur Arbeit, zum Arzt oder zum Einkaufen – müsse sich immer noch auf lange Wartezeiten oder weite Umwege einstellen. Nach Müllers Eindruck haben die Ampeln vor allem eines verändert: Der Stau verlagere sich von den Landesstraßen stärker auf die A 553 und tauche damit häufiger in den Verkehrsmeldungen auf.
Stadt sieht mehr Sicherheit und flüssigere Abläufe
Die Brühler Stadtverwaltung berichtet dem Kölner Stadt-Anzeiger hingegen von überwiegend positiver Resonanz aus den beteiligten Fachbehörden. Demnach sind sich Autobahn GmbH, Straßen NRW, Bezirksregierung, Polizei und das Phantasialand einig, dass die Ampelanlage die Situation an den Knotenpunkten grundsätzlich stabilisiere.
Die Maßnahme sei vor allem eingeführt worden, um einen aufgetretenen Unfallhäufungspunkt im Bereich der Anschlussstelle zu entschärfen. Ein völlig staufreier Verkehr sei niemals das realistische Ziel gewesen – im Vordergrund habe die Sicherheit gestanden. Gleichzeitig hoffe man auf etwas kürzere Rückstaus, die ersten Beobachtungen zufolge auch eingetreten seien. Eine detaillierte Auswertung soll nach Abschluss der Testphase erfolgen.
„So kann es nicht bleiben“ – Forderung nach Konzept für kommende Jahre
Trotzdem hält Müller weitere Schritte für nötig. Er verweist im Gespräch mit dem Kölner Stadt-Anzeiger auf die tägliche Belastung der Anwohnenden: „Wir sehen die Probleme nahezu jeden Tag. Für uns ist klar, dass es so nicht bleiben kann.“ Auch wenn das Wintertraum-Event Ende Januar auslaufe, müsse die Stadt bereits jetzt an die kommenden Saisons denken.
Aus seiner Sicht reicht es nicht, nur an den Zufahrtsstraßen zu drehen – entscheidend sei, die Besucherinnen und Besucher deutlich schneller von der Autobahn auf die Parkplätze zu bringen. Hier sieht er vor allem beim Parkplatzmanagement und bei der technischen Infrastruktur noch Potenzial.
Vorschläge: Direktanbindung und Park-&-Ride neu denken
Als mögliche Ansätze nennt Müller unter anderem eine direkte Verbindung von der A-553-Abfahrt zur Berggeiststraße oder die erneute Einrichtung eines größeren Park-&-Ride-Angebots mit Shuttleverkehr zum Phantasialand. Ein solcher Außenparkplatz sei früher bereits in Schwadorf ausprobiert worden, habe damals aber kaum Zuspruch gefunden. „Wenn man das wieder aufgreift, müsste es organisatorisch und kommunikativ besser aufgestellt werden“, wird er sinngemäß wiedergegeben.
Mit Blick auf mögliche Erweiterungen des Freizeitparks – etwa um eine zusätzliche Veranstaltungsstätte – zeigt sich Müller skeptisch. Sollten zusätzlich größere Events hinzukommen, befürchtet er eine weitere Verschärfung der Situation: „Dann heißt es gute Nacht“, fasst er seine Sorge gegenüber dem Kölner Stadt-Anzeiger zusammen.

