Nach über vier Jahren Wartezeit ist es so weit: Der legendäre Airbus A310 der Bundeswehr mit der Kennung 10+23 macht sich auf seine letzte Reise. Der Rumpf des 41,6 Tonnen schweren Flugzeugs wird ab dem 26. Oktober in mehreren Etappen vom Flughafen Hannover-Langenhagen in den Serengeti-Park Hodenhagen transportiert. Dort soll das ehemalige Regierungsflugzeug zu einem außergewöhnlichen Gastronomieprojekt umgebaut werden – „Leo’s Cockpit Restaurant“. Die geplante Eröffnung ist für den Spätsommer 2026 vorgesehen.

FreizeitparkNEWS berichtete bereits im Juni über die erteilte Genehmigung für den Transport und das neu entwickelte Verfahren, das nun den entscheidenden Durchbruch ermöglicht.
Von Köln nach Hodenhagen – eine lange Reise
Der Airbus A310, ehemals unter dem Namen „Kurt Schumacher“ im Einsatz, absolvierte am 3. September 2021 seinen letzten Flug von Köln nach Hannover. Seitdem stand der Rumpf auf dem Flughafengelände und wartete auf die Freigabe für den Weitertransport. Ursprünglich sollte der Umbau bereits 2022 abgeschlossen sein. Naturschutzrechtliche Einwände gegen ein 1,8 Kilometer langes Teilstück der Route verzögerten das Vorhaben jedoch um mehrere Jahre.
Inzwischen sind alle abbaubaren Komponenten – darunter Tragflächen, Leitwerke und Fahrwerke – bereits in Hodenhagen eingetroffen. Nun folgt das letzte große Bauteil: der Flugzeugrumpf selbst.
Technische Herausforderung und neue Transportmethoden
Für die 50 Kilometer lange Strecke kommt eine speziell entwickelte Modul-Achs-Nachläufer-Kombination zum Einsatz. Das Gesamtgespann misst beeindruckende 64,4 Meter Länge, 6,1 Meter Breite und 5,9 Meter Höhe bei einem Gesamtgewicht von 114,6 Tonnen. Um Bäume entlang der Route zu schützen, wird die sogenannte Reverse-Rigging-Methode verwendet: Dabei werden Äste angehoben und fixiert, statt sie abzuschneiden. Zudem wurde der Rumpf auf eine geringere Transporthöhe abgesenkt, um Engstellen zu passieren.
Gefahren wird ausschließlich nachts, zwischen 22 und 6 Uhr, und größtenteils im Schritttempo. Die Region Hannover erteilte im Juni die endgültige Genehmigung für den Transport.
Transportplan und Zuschauerhinweise
Der Transport startet am Nachmittag des 26. Oktober auf dem Flughafengelände, ehe er gegen 22 Uhr auf die Straße geht. Die Route ist in drei Etappen unterteilt, mit mehreren Haltepunkten, an denen das Gespann pausiert oder tagsüber besichtigt werden kann. Nach aktueller Planung soll der Airbus-Rumpf am 29. Oktober gegen 1 Uhr im Serengeti-Park eintreffen. Am 30. Oktober wird der Rumpf schließlich auf seinen finalen Stellplatz gehoben.
Da der außergewöhnliche Transport großes öffentliches Interesse weckt, wurden gemeinsam mit Polizei und Logistikpartner sichere Aussichtspunkte definiert. Der Park ruft Besucher ausdrücklich dazu auf, keine Straßen oder Rettungswege zu blockieren und auf Anwohner Rücksicht zu nehmen. Teile der Strecke verlaufen durch militärisches Sicherheitsgebiet und sind daher nicht zugänglich. Informationen zu geeigneten Beobachtungsplätzen und aktuelle Zeitupdates werden während des Transports über die Social-Media-Kanäle des Serengeti-Parks veröffentlicht.
Vom Militärjet zum Erlebnisrestaurant
Im Serengeti-Park soll der Airbus-Rumpf künftig als „Leo’s Cockpit Restaurant“ mit rund 148 Sitzplätzen im Inneren genutzt werden – viele davon auf den originalen Flugzeugsitzen. Tragflächen, Triebwerke und Fahrwerke werden wieder montiert. Die Idee verbindet Technikgeschichte mit Gastronomie und Erlebnisarchitektur: ein außergewöhnliches Projekt, das den Park um eine weitere Attraktion bereichert.
Über den Serengeti-Park
Der Serengeti-Park Hodenhagen ist ein einzigartiger Mix aus Safaripark und Freizeitpark im Heidekreis, Niedersachsen. Besucher können auf rund 220 Hektar über 1.500 Tiere in großzügigen Freianlagen erleben und zahlreiche Fahrgeschäfte, Shows und Erlebnisangebote entdecken. Der Park gilt als eines der bekanntesten touristischen Ziele Norddeutschlands.





