Die Freizeitparksparte von Comcast steigert ihren Umsatz im zweiten Quartal 2026, kann daraus jedoch keinen höheren operativen Gewinn erzielen. Vor allem die Universal-Parks in Orlando profitieren vom im Mai 2025 eröffneten Universal Epic Universe. Gleichzeitig schwächt sich die Besucherentwicklung im gesamten Orlando-Markt seit Juni ab. Höhere Reisekosten und eine zurückhaltende Verbraucherstimmung belasten die Nachfrage.

Umsatz steigt dank der Universal-Parks in Orlando
Die Freizeitparks von Comcast erzielen im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz von 2,413 Milliarden US-Dollar. Im Vergleich zu den 2,349 Milliarden US-Dollar des Vorjahres entspricht das einem Wachstum von 2,7 Prozent.
Der wichtigste Wachstumstreiber ist Orlando. Dort steigen sowohl der Umsatz als auch das bereinigte EBITDA gegenüber dem Vorjahresquartal. Beim Vergleich ist allerdings zu berücksichtigen, dass Universal Epic Universe im zweiten Quartal 2025 nur für einen Teil des Zeitraums geöffnet ist. Der neue Themenpark nimmt seinen regulären Betrieb am 22. Mai 2025 auf.
Die Eröffnung erweitert das Universal Orlando Resort um einen vierten Themenpark und stärkt den Standort als mehrtägiges Reiseziel. Gäste können ihren Aufenthalt nun auf Universal Studios Florida, Universal Islands of Adventure, Universal Volcano Bay und Universal Epic Universe verteilen.
Epic Universe erfüllt die Erwartungen
Universal Epic Universe entwickelt sich nach Angaben des Unternehmens weiterhin entsprechend den Erwartungen. Die Reaktionen der Gäste fallen positiv aus. Gleichzeitig sorgt der Park für höhere Ausgaben pro Besucher und stärkt das gesamte Resort in Orlando.
Damit erfüllt Epic Universe eine zentrale strategische Aufgabe: Der neue Park soll nicht nur zusätzliche Besucher anziehen, sondern auch längere Aufenthalte und höhere Ausgaben innerhalb des gesamten Universal Orlando Resorts fördern.
Eine grundlegende Schwäche von Epic Universe erkennt Comcast derzeit nicht. Die aktuellen Herausforderungen betreffen vielmehr den gesamten Freizeitpark- und Tourismusmarkt in Orlando.
Besucherzahlen schwächen sich seit Juni ab
Trotz der positiven Entwicklung des neuen Parks bleibt das Wachstum in Orlando hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück. Seit Juni 2026 gehen die Besucherzahlen im breiteren Orlando-Markt zurück. Diese Entwicklung setzt sich nach Unternehmensangaben auch zu Beginn des dritten Quartals fort.
Die geringere Nachfrage zeigt sich vor allem bei der Besucherzahl und weniger bei den Ausgaben der bereits anwesenden Gäste. Als mögliche Ursachen nennt Comcast eine schwächere Verbraucherstimmung und höhere Reisekosten. Insbesondere gestiegene Kraftstoffpreise können Reisen nach Orlando für Familien verteuern.
Das Unternehmen bewertet die Entwicklung bislang als vorübergehend. Die Zufriedenheit der Gäste und das grundsätzliche Interesse an den Parks bleiben nach eigener Einschätzung hoch. Sobald sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die Reiselust verbessern, rechnet Comcast wieder mit einer stärkeren Nachfrage.
Höhere Betriebskosten drücken den Gewinn
Während der Umsatz der Freizeitparksparte um 2,7 Prozent wächst, sinkt das bereinigte EBITDA um 5,1 Prozent. Es fällt von 641 Millionen auf 609 Millionen US-Dollar.
Die Betriebskosten steigen im gleichen Zeitraum um 5,7 Prozent von 1,708 Milliarden auf 1,805 Milliarden US-Dollar. Damit wachsen die Kosten deutlich schneller als die Einnahmen. Verantwortlich sind vor allem die höheren Aufwendungen für die amerikanischen Freizeitparks.
Der Betrieb eines zusätzlichen großen Themenparks bringt dauerhaft höhere Personal-, Wartungs-, Energie- und Verwaltungskosten mit sich. Epic Universe unterstützt somit das Umsatzwachstum in Orlando, belastet in der aktuellen Anlauf- und Wachstumsphase aber zugleich die Kostenstruktur.
Internationale Parks entwickeln sich schwächer
Neben der nachlassenden Nachfrage in Orlando belasten die internationalen Standorte das Ergebnis. Universal Studios Japan in Osaka spürt weiterhin die Folgen von Reisebeschränkungen im Zusammenhang mit China. Dadurch bleiben wichtige internationale Besuchergruppen teilweise aus.
Auch Universal Beijing Resort arbeitet in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld. Die schwächere Entwicklung der internationalen Parks gleicht einen Teil des Wachstums in den USA wieder aus.
Universal Studios Hollywood verbessert sich dagegen gegenüber dem Vorjahr. Einen deutlicheren Schub erwartet das Unternehmen jedoch erst mit der Eröffnung der neuen Fast-&-Furious-Achterbahn, die noch im Laufe des Jahres 2026 geplant ist.
Orlando bleibt das Zentrum der Freizeitparkstrategie
Trotz der kurzfristigen Belastungen hält Comcast an seinen langfristigen Erwartungen für die Freizeitparksparte fest. Orlando nimmt dabei eine Schlüsselrolle ein. Mit Epic Universe entwickelt sich das Universal Orlando Resort von einem Resort mit zwei klassischen Themenparks zu einem deutlich größeren Urlaubsziel.
Die Strategie setzt auf bekannte Marken, aufwendig gestaltete Themenwelten und neue Technologien. Erfahrungen aus der Entwicklung und dem Betrieb von Epic Universe sollen auch in zukünftige Projekte einfließen.
Parallel erweitert Universal sein Freizeitparkportfolio an weiteren Standorten. Der Universal Kids Resort in Frisco ist bereits eröffnet, während ein neuer Universal-Freizeitpark in Großbritannien in Richtung Baubeginn voranschreitet. Das Unternehmen betrachtet das Freizeitparkgeschäft als langfristiges Geschäft, bei dem hohe Investitionen erst über viele Jahre ihre volle Wirkung entfalten

